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Kolpingsfamilie: Der Name ist Programm

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Weser Kurier

Rund 250000 Menschen wandeln zurzeit deutschlandweit als Mitglieder von Kolpingsfamilien auf den Spuren des Sozialreformers Adolph Kolping. Sie alle feiern anlässlich des 200. Geburtstag des Namensgebers in diesem Jahr das Kolpingjahr. 203 Mitglieder zählt die Gruppe in Twistringen. Auch in ihren Reihen ist der Name des Sozialreformers nach wie vor Programm. Das Jahr 2013 wollen die Mitglieder nutzen, um sich noch einmal besonders intensiv mit dem Leben und den Motiven des Reformers auseinanderzusetzen.

Karl-Heinz Stöver (links) und
Walter Beckmann von der
Twistringer Kolpingsfamilie

Wer heute von der Twistringer Bahnhofstraße in Höhe der Mühlenapotheke rechts abbiegt, der befindet sich in der Kolpingstraße– eine Straße, die 1950 nach dem Sozialreformer Adolph Kolping benannt wurde. Ganz willkürlich wurde dieser Name für die Straße im Herzen von Twistringen natürlich nicht gewählt. Denn wo sich heute ein Friseursalon befindet, hatte die Twistringer Kolpingsfamilie einst ihr Domizil. Erst seit dem Verkauf des Gebäudes ist die Gruppe im Twistringer Pfarrzentrum ansässig. Doch die Erinnerungen an das Kolpinghaus waren den Twistringern so präsent, dass sie die Straße vor vielen Jahren kurzum nach dieser Einrichtung benannten.

Auch der erste Vorsitzende der Twistringer Kolpingfamilie, Walter Beckmann, weiß noch, wie es einst in der heutigen Kolpingstraße aussah. Wenn er von dem Kolpinghaus spricht, verwendet er jedoch den Begriff Gesellenhaus. Für ihn dürfte das kaum einen Unterschied machen. Schließlich liegt der Ursprung der Kolpingsfamilien bei den Gesellen, die zu Zeiten der Industrialisierung kein leichtes Los hatten. Als gelernter Schuster hatte der Namensgeber der Kolpingsfamilien, Adolph Kolping, diese sozialen Missstände vor fast zwei Jahrhunderten selbst kennengelernt. Nach dem Theologiestudium machte er es sich dann als Priester zur Aufgabe, auf die schweren Verhältnisse der Gesellen aufmerksam zu machen. "So brachte er die weltlichen Probleme mit dem Christentum zusammen", erläutert Walter Beckmann. Mit den ersten Treffen, der damals noch als Gesellenverein benannten Organisation, ermöglichte Adolph Kolping den Gesellen die seltene Gelegenheit des Austauschs untereinander.

Diese "soziale Komponente" spiele auch heute eine zentrale Rolle im Wirkungsbereich der Kolpingsfamilien, lässt der Vorsitzende wissen. "Mit der Tradition leben wir noch immer", bestätigt Vorstandsmitglied Karl-Heinz Stöver. Nur die reine Konzentration auf die Gesellen gelte nicht mehr. Heute widme die Kolpingsfamilie ihr soziales Engagement allen Bevölkerungsgruppen. Neben diesem Engagement zählen aber auch Bildung und Information sowie Gemeinschaft und Gesellschaft zu den Aufgabenbereichen der Gruppen, die deutschlandweit auf den Spuren Adolph Kolpings wandern.

Besonders in diesem Jahr, dem offiziellen Kolpingjahr, wollen sich die Mitglieder der Kolpingsfamilien noch einmal auf ihren Namensgeber und Begründer besinnen, der am 8. Dezember vor 200 Jahren geboren wurde. "Wir wollen dieses Jahr nutzen, um das Leben und die Motive des Adolph Kolping noch einmal intensiver zu betrachten", erläutert Beckmann. Es gehe darum zu entscheiden, inwieweit sich Kolpings Ansichten auf die heutige Zeit übertragen lassen. Dafür hätte der Diözesanverband Osnabrück – dem auch die Twistringer Kolpingsfamilie angehört – den einzelnen Bezirksverbänden jeweils eines der zwölf Leitbilder zugeteilt. "Wir leben verantwortlich und handeln solidarisch", lautet der Satz, zu dem sich die 203 Mitglieder der Twistringer Kolpingsfamilie nun in der zweiten Jahreshälfte ihre Gedanken machen wollen. Die Auslegungen und Interpretationen der einzelnen Kolpingsfamilien will der Diözesanverband Osnabrück am Ende des Jahres in einem Buch zusammentragen.

Mit ihrem Programm für die erste Jahreshälfte dürfte die Kolpingsfamilie Twistringen den Ansprüchen an soziales Engagement, Bildung und Gemeinschaft wieder gerecht werden. An den geplanten Betriebsbesichtigungen, Podiumsdiskussionen, Fahrradtouren und Religionsgesprächen kann jeder teilnehmen.

Als Gutmensch versteht Walter Beckmann sich und die anderen Mitglieder der Kolpingsfamilien, trotz vieler sozialer Bestrebungen aber nicht. "Es geht uns vielmehr darum, die Welt ein bisschen besser zu machen", so der erste Vorsitzende. Und das war wohl auch Adolf Kolpings Ziel, als er sich vor fast 200 Jahren für die Gesellen einsetzte.

 

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